Um vier Uhr nachts klingelt der Wecker…
die Abfahrt nach Prag ist für 6.30 Uhr geplant. Als der Bus dann um 8.30 Uhr ankommt, geht es (mit funktionierender Klimaanlage) in Richtung Tschechische Republik los. Nach neun Stunden sind wir am Hotel und freuen uns über unsere blauen Mitbewohner, die das Hotel belagern. Zur Stärkung gibt es böhmisches Essen und danach hochwertigen Wein an der Moldau, verschönt durch einen herrlichen Sonneruntergang.
Am nächsten Morgen freuen wir uns über eine dreistündige Stadterkundung in Begleitung zweier Stadtführerinnen, welche uns mit Prag vertraut machen. Die allermeisten Gebäude sind noch im Originalzustand erhalten, da sie nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.
Aufgrund dessen ist die Architektur sehr beeindruckend – Gotik, Barock, Jugendstil, Kubismus und Moderne sind zu sehen, so z.B. das „Tanzende Haus“, das dem Dekonstruktivismus zuzuordnen ist. Im Stadtbild ist auch an Statuen und Straßennamen der Einfluss Franz Kafkas heute noch überall spürbar. Die Stadtführung endet an der Karlsbrücke mit Aussicht auf den größten Club Europas. Nach einem freien Nachmittag gehen wir alle gemeinsam Essen und lassen den Abend in einer Bar ausklingen.
Am Mittwoch fahren wir in das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt, welches heute als offizielle Gedenkstätte dient. Im Zweiten Weltkrieg war Terezin (so der tschechische Name) ein NS-Ghetto, das als „Vorzeige-Ghetto“ der Weltöffentlichkeit ein harmloses Bild vorgaukeln sollte. Durch eine eindrucksvolle Führung und den anschließenden Besuch des Krematoriums setzen wir uns mit den schrecklichen Auswüchsen des Naziregimes auseinander.
Am Donnerstag besichtigen wir mit unseren beiden Stadtführerinnen von Dienstag die Prager Burg, welche auf der anderen Seite der Moldau im historischen Stadtteil Hradschin liegt. Dieses Viertel beeindruckt durch Architektur und Geschichte, zu nennen sind hier u.a. der Veitsdom als Krönungsstätte, der Königspalast und das Goldene Gäßchen, in welchem Kafka in Haus Nummer 22 ungestört von der Familie schreiben konnte. Im Anschluss konnten wir die Zeit nutzen, um durch die Gassen zu bummeln und uns verschiedene Ausstellungen anzusehen.
Trotz krankheitsbedingter Ausfälle war das gemeinsame Abendessen der krönende Abschluss. Wir durften lernen, wie man zwei Stunden geduldig auf sein Essen wartet und trotz einer vegetarischen Bestellung Nudeln mit Speck serviert bekommt.
Nach einer anspruchsvollen, aber gerade deshalb auch schönen Woche, war die Rückreise nicht zur Erholung geeignet. Die Fahrt wurde während der letzten Stunden von akustischen Störsignalen begleitet, in deren Folge wir regelmäßig anhalten mussten, um Kühlwasser nachzufüllen. Immerhin war uns allen angenehm warm, als wir gegen 20.30 Uhr das PJG erreichten, da auch die Klimaanlage ihren Dienst eingestellt hatte. An unsere letzte Kursfahrt werden wir sehr positiv zurückdenken, da es vieles gibt, was uns in Erinnerung bleibt und vieles, über das wir im Nachhinein sehr lachen können.
Außerdem freuten wir uns sehr über die Begleitung unserer Lehrer Frau Maletz, Herr Olligschläger und Herr Rohdich, die unsere Studienfahrt mit vielen Bemühungen organisierten und eine schöne Zeit gewährleisteten.






